GGTM e.V.

Arbeitskreis Phytotherapie





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Aktuelle Veranstaltungen


1830 Phytotherapie vom 22. – 24. Juni 2018

Praxisseminar in Wettelbrunn

Einen Eindruck vom Seminarort und seinen außergewöhnlichen Möglichkeiten erhalten Sie hier.


25 Jahre Veterinärphytotherapie vom 28. – 30. September 2018

Die ATF-Weiterbildung zur Veterinär-Phytotherapie besteht nun bereits seit 25 Jahren. Das wollen wir mit einer interessanten Mischung aus Wissenschaftlichem, Kurzweiligem und Köstlichem rund um die Arzneipflanzen feiern. Ganz besonders freuen wir uns darauf, Ihnen in diesem Rahmen das neue Lehrbuch zum Thema Veterinärphytotherapie vorstellen zu dürfen; lassen Sie sich überraschen! Der Tagungsort – das Energiedorf Wildpoldsried – bietet zudem geballte Kompetenz zur Energiegewinnung. Auch diese Thematik ist ins Programm integriert.

Den Flyer zur Jubiläumsveranstaltung finden Sie hier.

Weitere Informationen, sowie das Anmeldeformular finden Sie unter dem folgenden Link: www.bundestieraerztekammer.de

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Entstehung der AK-Phyto

Der Arbeitskreis Phytotherapie (AK-Phyto) der GGTM ist entstanden aus einer Gruppe von phytotherapeutisch interessierten Tiermedizinerinnen und Tiermedizinern, die nach Absolvierung der von der ATF angebotenen Weiterbildungskurse zur Phytotherapie das Bedürfnis nach weiterem, kontinuierlichem, kollegialem Austausch und zusätzlichen Fortbildungsmöglichkeiten in der Veterinärphytotherapie hatten. So fanden unter dem Dach der GGTM, aus der die Initiative für die ATF-Kurse zur Phytotherapie vor fast 25 Jahren hervorging, Lehrende und Lernende zum AK-Phyto zusammen.


Zusammensetzung

Im AK-Phyto treffen sich seither Menschen aus der tierärztlichen Praxis, Forschung, Lehre und Arzneimittelproduktion. Der AK-Phyto steht allen an der Veterinärphytotherapie interessierten GGTM-Mitgliedern offen, wobei die Absolvierung der ATF-Weiterbildung keine zwingende Voraussetzung darstellt. Der AK-Phyto sieht sich als Schnittstelle, an der durch kreatives Miteinander die Bedürfnisse der Praktiker, sowie die Möglichkeiten der Arzneipflanzenforschung und der Produktentwicklung ausgelotet und zusammengeführt werden können.


Zielsetzung

Der AK-Phyto widmet sich folgenden Aufgaben:


Vermehren des phytotherapeutischen Wissens in der Veterinärmedizin
• Fördern des kollegialen Austausches mit dem Ziel, Erfahrungswissen zugänglich zu machen
• Diskutieren und Dokumentieren von Praxiserfahrungen (Anwendertreffen)
• Zusammentragen, Sichten und Aktualisieren von traditionellem Wissen zur Arzneipflanzenanwendung
• Sichten und Bewerten aktueller Forschung zur Veterinärphytotherapie
• Entwickeln praxistauglicher Konzepte zur Phytotherapie


Vermitteln von phytotherapeutischem Wissen
• Beteiligung an Konzipierung und Durchführung der Phytotherapie-Ausbildung der ATF
• Einführungsveranstaltungen in die Veterinärphytotherapie für Kolleginnen und Kollegen, die sich bisher wenig oder gar nicht mit dieser Therapierichtung beschäftigt haben
• Vorlesungen zu speziellen phytotherapeutischen Themen für Studierende der Veterinärmedizin
• Durchführen von Praxisseminaren zur Phytotherapie
• Durchführen von Tagungen zu speziellen phytotherapeutischen Themen
• Seminare und Vorträge im Rahmen des Internationalen Kongresses für Ganzheitliche Tiermedizin
• Verbreitung phytotherapeutischen Wissens über das Publikationsorgan der GGTM (ZGTM) sowie weitere veterinärmedizinische und phytotherapeutische Zeitschriften
• Beantworten von Fragen von Kollegen und Tierhaltern zur Phytotherapie bei Tieren


Förderung von Referenten- und Autorennachwuchs unter den Arbeitskreismitgliedern, um die Vermittlung phytotherapeutischen Wissens zu gewährleisten.


Zusammenarbeit mit den übrigen Arbeiskreisen innerhalb der GGTM
• Angebote zur Vertiefung von Pflanzenkenntnissen
• vergleichende Betrachtungen unterschiedlicher Therapie-Ansätze etc.


Herstellen und Pflegen von Kontakten zu Gruppierungen mit ähnlichen Zielsetzungen im In- und Ausland durch
• Präsenz auf Kongressen zur Phytotherapie und Aromatherapie
• Aufbau eines internationalen Netzwerks
• Organisation und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen


Kontaktaufnahme mit Gesetzgebern, berufsständischen Organisationen und Hochschullehrern
• Aufbereitung und Zur-Verfügung-Stellen von Fachwissen zur Phytotherapie
• Vorbereitung von Positionspapieren, um der Phytotherapie zu der ihrem Potential angemessenen Stellung in der Tiermedizin zu verhelfen
• Vorbereitung GGTM-interner und öffentlicher Stellungnahmen zu politischen/berufspolitischen Entscheidungen, die die Phytotherapie betreffen*

*Diese werden entweder nach Rücksprache mit dem Vorstand der GGTM vom AK-Phyto veröffentlicht oder dienen dem Vorstand der GGTM als Entscheidungs- und Argumentationshilfe bei der politischen, bzw. berufspolitischen Positionierung und Einflussnahme der GGTM.


Tagung des AK-Phyto auf Burg Lichtenberg, Pfalz, im September 2011, mit Gästen aus der Schweiz (SMGP-Vet), Österreich und den Niederlanden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es freut uns, Ihnen auch in diesem Jahr ein reichhaltiges Programm zur Veterinärphytotherapie anbieten zu können. Wir hoffen auf reges Interesse Ihrerseits an unseren Veranstaltungen.

Mit freundlichen Grüßen

für den Arbeitskreis Phytotherapie der GGTM
Cäcilia Brendieck-Worm

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Fähigkeitsprogramm Phytotherapie SMGP – Termine 2018

Informationen zu den Kursen sowie die Termine finden Sie hier

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Praxisseminar Phytotherapie „Phytos für alle Felle“ 23-25. Juni 2017 in Staufen-Wettelbrunn – Rückblick

„Kein Kräutlein in die Höhe sprießt, aus dem nicht eine Heilkraft fließt“
(Altes deutsches Sprichwort)

In diesem Sinne fand vom 23. bis 25. Juni 2017 das Praxis-Seminar der Phytotherapeuten der GGTM auf dem wunderschönen Hofgut von Andrea Tellmann in Staufen – Wettelbrunn statt.

Der Freitagnachmittag stand dabei ganz im Zeichen der Heilkraft von Pflanzen-Hydrolaten und Vitalpilzen. Nach einer theoretischen Einführung in die Technik der Destillation durch Cäcilia Brendieck-Worm, konnten die neuen Erkenntnisse zusammen mit Andrea Tellmann bei der Herstellung von Rosenwasser und Salben aus verschiedenen Destillaten vertieft werden.

Im Anschluss brachte der faszinierende Vortrag von Isabelle Walther aus der Schweiz vielen Teilnehmern ganz neue Einblicke in das bisher wenig beachtete Gebiet der Mykotherapie. Der Einsatz von Vitalpilzen, wie dem ABM (Agaricus blazei Murill) oder dem sonst vor allem kulinarisch genutzten Champignon (Agaricus bisporus) bei Hauterkrankungen und in der Therapie von Tumoren, stellt eine wunderbare Ergänzung zur klassischen europäischen Phytotherapie dar.

Am Samstag stand das Thema Phytotherapie im Rahmen der begleitenden Therapie der Atopie u. Futtermittelallergie (Yvonne Thoonsen) sowie der akuten und chronischen Otitiden (Jacqueline Reiners) im Vordergrund. Es konnte gezeigt werden, wie effektiv Heilpflanzen auf vielfältigste Weise den Wundheilungsprozess bei allergischen Dermatitiden und Otitiden fördern können und zusätzlich in der Lage sind, den Juckreiz und die Entzündungserscheinungen signifikant zu lindern. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auch auf dem Einsatz von ungesättigten Fettsäuren zur Prophylaxe und unterstützenden Therapie der Atopie / Futtermittelallergie. Im praktischen Teil begeisterte uns Jacqueline Reiners in gewohnter Manier damit, wie einfach und schnell wirksame frische Pflanzenzubereitungen zur Anwendung am und im Ohr hergestellt werden können. Außerdem stellten wir z. B. Zäpfchen zur Anwendung bei Analfissuren, wie sie z. B. im Rahmen allergischer Geschehen auftreten können, selbst her.

Im Anschluss referierten Cäcilia Brendieck-Worm und Alexandra Nadig über den Einsatz von antimikrobiell wirksamen ätherischen Ölen in der Tiermedizin. Dabei gingen sie besonders auf das Aromatogramm ein. Die Einsparung von Antibiotika ist ein hoch aktuelles Thema, das neben den Nutztierpraktikern auch die Kleintier- und Pferdemedizin betrifft. Durch die hier gewonnenen Erkenntnisse kann in Zukunft von jedem Teilnehmer ein Beitrag dazu geleistet werden, den unkritischen Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und die pharmakologisch potenten ätherischen Öle in den eigenen Therapiefundus aufzunehmen.
Viel zu schnell war er da, der letzte Tag des Praxis-Seminars, der sich mit dem Thema Parasitologie beschäftigte. Selektive Entwurmung und der Einsatz von alternativen, aus Pflanzeninhaltsstoffen hergestellten, Repellentien wurden lebhaft diskutiert. Im praktischen Teil konnten die Teilnehmer eine Seife mit Neem-Baum-Extrakt herstellen, die gegen Ektoparasiten wie Zecken wirksam ist.
Zum Ende des Seminars stand ein Vortrag zum Thema Sommerekzem des Pferdes und phytotherapeutische Ansätze zu dessen Behandlung auf dem Programm. Die Stärkung der Hautbarriere und die Gesunderhaltung des Verdauungstraktes stellen hierbei zwei Kernsäulen der erfolgreichen Therapie dar.
Nicht vergessen werden darf natürlich die herrliche Umgebung des Hofgutes Tellmann in Wettelbrunn, die ein perfektes Umfeld für entspanntes und doch konzentriertes Arbeiten und Diskutieren schafft. Die Verpflegung war wie jedes Jahr hervorragend und verschiedenste Themen wurden bei einer Tasse Kaffee im Kräutergarten oder mit den Füßen im neu entstandenen Natur-Pool vertieft.
Von dieser Umgebung inspiriert, ließ es sich die Kollegin Antje Brendel nicht nehmen ein Gedicht über das Rosenhydrolat zu verfassen, welches die Liebe zu den Pflanzen zum Ausdruck bringt, die alle Phytotherapeuten vereint.

Susanne Wolz-Richter, Speikern den 10. Juli 2017

Rosenhydrolat

Roses Blüte die ich meine,
steh´ bei mir und nun verweile,
staune meiner duftend Blüte,
sachte, lieblich Dir behüte.

Schauest tief in meinen Dufte,
strömet aus in wässrig Lufte,
leuchtet meiner Farben Pracht,
meiner Wirkung sanfter Kraft.

Blütendufte meiner Blätter,
all´ mein Können Dir entblätter,
hülle Dich in all´ mein Wissen,
Rosendufte, sanftes Kissen.

Eine kleine Bildnachlese vom Seminar in Wettelbrunn 2017 finden Sie hier in drei Teilen:

Teil1
Teil2
Teil3
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Praxisseminar Phytotherapie „Pflanzenöle in Pflege und Therapie“ – Rückblick

Auch in diesem Jahr trafen wir uns am letzten Wochenende im Juni zu einem Praxisseminar auf dem Hofgut Tellmann in Wettelbrunn. Die Pflanzenöle und ihre Anwendungsmöglichkeiten in Pflege und Therapie standen diesmal im Fokus. Zum Einstieg wurden die verschiedenen Verfahren der Ölgewinnung und ihre Auswirkungen auf die Ölqualität vorgestellt. Dies und die Auseinandersetzung mit der Deklaration der Öle sorgte dabei für Ernüchterung: wirklich hochwertig und damit auch medizinisch nutzbar sind nur etwa 1 % der auf dem Markt befindlichen Pflanzenöle. Die durch Raffination gewonnene, farb- und geschmacklose Massenware ist es nicht mehr. Im Gegenteil – durch hohe Temperaturen bei der Gewinnung kommt es zu gesundheitsschädlichen Veränderungen des Öls, wie den Trans-Fettsäuren, die im Organismus wichtige Rezeptoren blockieren ohne stoffwechselaktiv zu sein, wie es natürliche Fettsäuren sind. Selbst der Begriff „Kaltgepresst“ garantiert keine gute Ölqualität, besagt er doch nur, dass keine Wärme zugeführt wurde. Prozesswärme bis 150°C, wie sie in modernen Mühlen schnell erreicht ist, muss hier nicht deklariert werden. Wie viel Pflanzentypisches native, kaltgepresste Öle haben, konnten wir am Abend unseres ersten Seminartages bei einer Ölverkostung wahrnehmen. Ob Öl aus Haselnuss, Kürbiskern, Leindotter-, Sesam-, Lein- und Hanfsamen – jedes hat seinen unverwechselbaren Charakter. Dass dies an den ganz unterschiedlichen Fettbegleitstoffen liegt, erfuhren wir im Laufe des Seminars.
Alexandra Nadig musste ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen. Für sie sprang mit Elan Yvonne Thoonsen ein und stellte Hanföl, Nachtkerzenöl und Sanddornfruchtfleischöl als Dermatologika vor. Yvonnes Einstieg als Referentin vor Kolleginnen und Kollegen im Phytoteam, wie auch die von ihr angeleitete Praxiseinheit zu den Ölmazeraten, waren professionell und praxisnah, als würde sie das seit Jahren machen. Jacqueline Reiners war ebenfalls neu im Referententeam. Als Teilnehmerin hat sie das Phytoseminar schon über Jahre durch viele Praxistipps bereichert. In ihrem Referat beschäftigte sie sich mit dem Spannungsfeld Öle und Adipositas und kam dabei sicher für manchen Teilnehmer zu unerwarteten Ergebnissen: nicht das Meiden von Ölen und Fetten sondern deren Qualität ist entscheidend, wenn es um Adipositas und das Metabolische Syndrom geht. Diese Erkenntnis zog sich durch das ganze Seminar: die Qualität der Ölgewinnung, das Spektrum der Fettbegleitstoffe und die Fettsäurezusammensetzung bestimmen über die pflegenden und heilenden Eigenschaften eines Pflanzenöls. Dabei konnte in den 2,5 Tagen das große Sortiment der zur Verfügung stehenden Pflanzenöle nur exemplarisch vorgestellt werden. Neben heimischen Ölen aus Haselnüssen, Leinsamen, Raps und Sonnenblume, wurden auch tropische Fette wie Palmfett, Kakao- und Sheabutter vorgestellt. Sogenannte „Wirkstofföle“ wie Calophyllumöl und Schwarzkümmelöl und das als vegane Alternative zum Fischöl geltende Algenöl wurden porträtiert. Von Andrea Tellmann erfuhren wir Interessantes zu Aprikosenkernöl, Avokadoöl, Mandel- und Lorbeeröl. Aus eigener Anschauung berichtete sie über die Anwendung von Sesam- und Kokosöl im Alltag der Inder und in der ayurvedischen Medizin. Das dort traditionelle Öl ziehen mit Sesamöl zur Entgiftung durften wir selbst ausprobieren. Es wurde mittlerweile bei einigen Teilnehmerinnen zum morgentlichen Ritual. In den Praxiseinheiten wurde die Verwendung von Ölen zur Herstellung von Salben, Waschlösungen etc. geübt. Rezepturen aus fetten Ölen mit ätherischen Ölen für verschiedene Indikationen wurden vorgestellt. Eine große Sammlung solcher Rezepturen im Skript motiviert hoffentlich die TeilnehmerInnen auch in Zukunft, Pflanzenölen in Pflege und Therapie den Vorzug vor Mineralölen zu geben. Zwar sind native Pflanzenöle teurer und nicht lange haltbar. Ihre Wirksamkeit ist jedoch bei sehr vielen Indikationen unvergleichlich besser.
Cäcilia Brendieck-Worm

Eine kleine Bildnachlese vom Seminar in Wettelbrunn 2016 finden Sie hier

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Praxisseminar Phytotherapie „Heilkraft heimischer Bäume“ – persönlicher Bericht

Ein Erlebnis der besonderen Art! In einem traumhaften Ambiente trafen wir uns zum Einstieg zu einem Vergnügen für Ohren, Augen und Geschmacksknospen. Alexandra Nadig rief uns in ihrer mitreißend enthusiastischen Art eine Reihe heimischer Köstlichkeiten wieder ins Gedächtnis. Wir hörten, sahen und aßen bzw. tranken von Vielem, was unsere heimische Natur zu bieten hat: Gelees von Holunder, Sanddorn, Hagebutte und Berberitze, Liköre von Schlehe, Walnuss, Holunder, Birkenwasser und Xylit. Frau Nadig erinnerte uns an die Verwendungsmöglichkeiten von Bucheckern und Eicheln und eröffnete uns neue Genussideen in Form von Lindenblütenknospen, jungen Buchenblättern oder Buchenkeimlingen.

Der Samstag begann mit wundervollen Impressionen heimischer Bäume, ihrer Formenvielfalt, Widerstandskraft und Wandlungsfähigkeit im Laufe der Jahreszeiten, vorgestellt von Cäcilia Brendieck-Worm.

Anschließend erfuhren wir von Alexandra Nadig Wissenswertes über die Einsatzmöglichkeiten von Walnuss und Eiche in den Bereichen Gastroenterologie und Dermatologie. Die große Liebe, die sie mit der Natur und ihren Schätzen verbindet und ihre Beschreibungen vom Wirken der Naturkräfte, das sie in ihrer Praxis täglich erlebt, reißt einen regelrecht mit und macht Lust auf mehr.

Cäcilia Brendieck-Worm berichtete über Pappel und Weide. Ihre Einsatzgebiete sind Fieber, Entzündung und Schmerz. Wir erfuhren, dass die Pappel der Hauptrohstofflieferant für die Propolisherstellung der Bienen ist und dass Pappel und Weide neben den genannten Indikationen auch in der Dermatologie eingesetzt werden können. So wirken Pappelzubereitungen juckreiz- und schmerzstillend und lassen sich bei Brandwunden erfolgreich einsetzen.

Während der Vorträge gab es Kostproben von Tees, Tinkturen, öligen Auszügen, getrockneten Drogen und anschließend einen praktischen Teil. Hier stellten wir unter der fachkundigen Anleitung von Andrea Tellmann anhand bewährter Rezepturen Latwergen, Pulvermischungen, Dekokte und Infuse zum Einsatz bei Durchfall aus Walnuss, Eichenrinde, Eibischwurzel, Leinsamen u. a. her. Wir probierten Tee aus frischen und getrockneten Walnussblättern sowie aus gemahlener Eichenrinde, machten „Viehpulver“ für unterschiedliche Indikationen, testeten diese geschmacklich im Selbstversuch sowie an Esel, Hund und Schwein. Wir stellten Pappelsalbe her und probierten Tee aus Lindenblüten und -blättern im Vergleich zum Tee aus der Rinde.

Wir machten Exkursionen in den wundervollen, mit viel Liebe angelegten Gutsgarten und erfuhren Medizinisches, Botanisches, Geschichtliches und Mythisches zu wertvollen Pflanzen wie Holunder, Königskerze, Nachtkerze, Johanniskraut, Melisse, Kapuzinerkresse, Schafgarbe, Huflattich, u. v. m..

Wir hörten von Alexandra Nadig Wissenswertes und praktisch Wertvolles zum Weißdorn. Von Cäcilia Brendieck-Worm bekamen wir ein Update zum Einsatz der Eibe in der Tumortherapie.

Der Sonntag begann mit einem Vortrag zur Rosskastanie und ihrer medizinischen Verwendung. Dem schloss sich eine umfassende Darstellung zum Thema Propolis an, die von allen Teilnehmern mit besonderem Interesse verfolgt wurde. Wegen ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Praxis wurde den Propoliszubereitungen ein eigener Praxisteil gewidmet. Wir fertigten u.a. ein Ohr-Gel zum Einsatz bei akuten und chronischen Otitiden an und ein Zahn-Gel zur Anwendung bei Gingivitiden, Stomatitiden etc..

Nach einem köstlichen Mittagsessen bei herrlichem Sonnenschein taten wir etwas zur Förderung der Durchblutung, in dem wir einen Wacholder-Infus herstellten der selbstverständlich verkostet wurde.

Im anschließenden Vortrag stellte Andrea Tellmann die vielfältigen Einsatzgebiete von Wacholder, Kiefer und anderen heimischen Nadelhölzern vor.
Es folgte die Herstellung eines Rosmarin-Hydrolates mittels Destillation und die Zubereitung von harzhaltigen Zugsalben.
Im Anschluss an einen umfassenden Vortrag zur Esche, vermittelte Alex Nadig neue Erkenntnisse zum Einsatz von Betulin, einem Stoff aus der Birkenrinde, in der Dermatologie. Betulin-Extrakt zeichnet sich aus durch antivirale, antimikrobielle, antioxidative und v. a. antitumorale, gewebeschützende Wirkung. Seine differenzierungsfördernde Wirkung auf Keratinozyten macht Betulin zu einem hervorragenden Mittel bei Aktinischer Keratose.

Ich bin jedes Mal fasziniert von der intensiven familiären und freundschaftlichen Atmosphäre, die getragen wird von der gemeinsamen tiefen Verbundenheit und der aufrichtigen Faszination für die Pflanzenheilkunde. Die Praxisseminare sind dadurch keine notwendige Pflicht sondern vielmehr eine erfreuliche Auszeit, aus der man nicht erschöpft, sondern gestärkt hervorgeht.

Alles in allem wieder einmal eine rund um außerordentlich gelungene Veranstaltung mit viel Praxisbezug und –nutzen.

Yvonne Thoonsen

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Positionspapier des Arbeitskreises Phytotherapie der GGTM

Chancen nicht verpassen – Phytotherapie in Lehre, Forschung und Praxis neu verankern!

Diese Forderung richtet sich an die veterinärmedizinischen Hochschulen, die die Zeichen der Zeit erkennen und die Phytotherapie wieder in die universitäre Ausbildung aufnehmen sollten. Außerdem muss die Forschung zur Phytotherapie intensiviert werden – nicht zuletzt in dem Bestreben, der Resistenzproblematik bei Antibiotika und Antiparasitika entgegen zu treten.

Zudem werden die Standesvertretungen aufgefordert, politischen Einfluss auf nationale und europäische Arzneimittelgesetzgebung zu nehmen, um den praktischen Einsatz sowie die Zulassung von Phytotherapeutika zu erleichtern.

Dies sind die Kernpunkte eines Positionspapiers zur aktuellen Situation der Phytotherapie in der Veterinärmedizin, das der Arbeitskreis Phytotherapie der GGTM zusammen mit der Sektion Veterinärmedizin der Schweizerischen medizinischen Gesellschaft für Phytotherapie (SMGP) und Kolleginnen und Kollegen aus Österreich und den Niederlanden erstellt hat.

Hier finden Sie das Positionspapier zum Lesen.

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Aktivitäten des AK-Phyto

Hier finden Sie eine Bildergeschichte zur Exkursion des AK-Phytotherapie vom 26. März bis 5. April 2017 auf Gran Canaria.
Teil 1
Teil 2
Teil 3


Hier finden Sie eine Bildergeschichte sowie einen persönlicher Bericht, des Phytotherapie Praxisseminares „Heilkraft heimischer Bäume“ 26.-28.06.2015 in Wettelbrunn:
Bildergeschichte Praxisseminar Phytotherapie „Heilkraft heimischer Bäume“


Hier finden Sie eine Bildergeschichte der Heilpflanzenkundlichen Exkursion
auf Zypern im März 2015:
Bildergeschichte Heilpflanzenkundliche Exkursion auf Zypern

Hier finden Sie eine Bildergeschichte vom Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien – Teil II“ 27.-29.06.2014 in Wettelbrunn:
Teil 1
Teil 2

Hier finden Sie eine Bildergeschichte vom Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien“ 28.-30.06.2013 in Wettelbrunn:
Bildergeschichte Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien“

Hier finden Sie eine Bildergeschichte zur Jubiläumstagung
„20 Jahre Veterinärphytotherapie – Jubiläumssymposium“
vom 01. – 03. November 2013 in Kloster Irsee (Allgäu):
Teil 1
Teil 2
Teil 3

Hier finden Sie eine Bildergeschichte vom Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien“ 28.-30.06.2013 in Wettelbrunn:
Bildergeschichte Praxisseminar „Traditionelle Gewürze als effektive Arzneien“

Hier finden Sie eine Bildergeschichte vom Praxisseminar „Ätherische Öle“ 6.-8.7.2012 in Wettelbrunn:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

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Kontakt zu den Leitern des Arbeitskreises

Dr. Cäcilia Brendieck-Wormwww.phyto-fokus.de
Dr. Alexandra Nadig
Dr. Michael Walkenhorst


Artikel erstellt am: 14. Oktober 2010, 13:57