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Kongressbericht - 7. Internationaler Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin

(Nürnberg, 15.4.2007, ggtm) Schmerzen gehören heute zu den wichtigsten Problemen bei Tieren. Hunde und Katzen werden immer älter, im Durchschnitt erreichen Hunde heute rund elf Lebensjahre, Katzen werden neun Jahre. Dadurch nehmen schmerzhafte Erkrankungen der Gliedmaßen, aber auch Tumorerkrankungen zu.
Eine Studie konnte nachweisen, dass ein homöopathisches Kombinationspräparat bei Gelenkserkrankungen von Hunden vergleichbare Wirkungen wie ein Schmerzmittel hat. „Positiv und überraschend war, dass nach Absetzen der homöopathischen Therapie die Tiere stabil schmerzfrei blieben, während sich nach Absetzen der Schmerzmittel eine leichte Verschlechterung zeigte“, sagte Dr. Neumann von der Kleintierklinik der Universität Göttingen.
Eine Reduzierung der Schmerzmittel lässt sich auch durch pflanzliche Präparate auf der Basis von Teufelskralle, Weihrauch und Weidenrinde erreichen. Hier stehen besonders die chronischen Patienten im Vordergrund. „Die Nebenwirkungen auf Magen und Blutsystem sind deutlich geringer und dennoch erreichen wir langfristige Linderungen der Schmerzen,“ berichtete Dr. Cäcilia Brendiek-Worm, die auf langjährige Erfahrung mit pflanzlichen Präparaten bei Tieren zurückblickt.

Rund 75% der Tierärzte setzen heute neben Schmerzmitteln auch andere Therapieverfahren ein. „Zu den am meisten eingesetzten Verfahren zählen Homöopathie, Physiotherapie und Akupunktur“, erläuterte Dr. Sabine Tacke von der Justus-Liebig-Universität Gießen.

„Die Akupunktur hat die längste Tradition und einen anderen Denkansatz beim Verständnis von Schmerzen.“ Darauf verwies Dr. Lothar Friese, der seit Jahrzehnten eine Akupunkturpraxis für Tiere in Schleswig-Holstein betreibt. Auch moderne Varianten der Akupunktur wie beispielsweise Goldimplantation an schmerzhaften Gelenken und Ohrakupunktur verzeichnen Erfolge. Die Liste der Indikationen umfasst nahezu alle schmerzhaften Prozesse am Körper.

Rund 300 Teilnehmer haben sich vom 11. bis 15. April 2007 auf dem 7. Internationalen Kongress für Ganzheitliche Tiermedizin über neue Entwicklungen im Bereich Naturheilverfahren für Tiere informiert. „Wir freuen uns seit Jahren über steigende Teilnehmerzahlen“, unterstrich der Leiter des Kongresses, Dr. Andreas Striezel, das wachsende Interesse gerade der jüngeren Tierärzte. Die begleitende Industrieausstellung mit rund 30 Anbietern verdeutlicht, dass Verfahren der Regulationsmedizin für Tiere im Trend liegen.


Hauptveranstaltung “Ganzheitliche Schmerztherapie beim Kleintier” (Bild: Dr. Heidi Kübler)


Industrieausstellung (Bild: Dr. Heidi Kübler)


Industrieausstellung (Bild: Dr. Heidi Kübler)


Patientendemonstration mit Dr. Ines Wecker, Kalbe (Bild: Dr. Heidi Kübler)